Weitere Informationen zum Strahlenrisiko

Man muss zwischen dem somatischen (körperlichen) und dem genetischen Strahlenrisiko unterscheiden. Es ist ausgeschlossen, daß Ihnen durch die diagnostische Anwendung von Röntgenstrahlen (von extremen Ausnahmen einmal abgesehen) ein direkter körperlicher Schaden entsteht, denn die Dosen, die hierbei verabreicht werden, liegen mehr als tausendfach unter den Dosen der Strahlentherapie. Wenn Sie noch im zeugungsfähigen Alter sind, kann Ihr Erbgut verändert werden, und es kann zu einer höheren Rate an Missbildungen kommen, als dies ohnehin schon natürlich der Fall ist. Aus diesem Grund ist man bei jungen Menschen besonders zurückhaltend. Das Risiko ist ein statistisches, d.h. man kann es nur an einer großen Zahl von Menschen nachweisen, nie im Einzelfall.
Ebenso verhält es sich mit dem Krebsrisiko. Durch die Röntgenstrahlung ist mit einer gering erhöhten Rate an Krebserkrankungen zu rechnen. Dieses Risiko verwirklicht sich erst nach 15 bis 20 Jahren. Wenn Sie also im vorgerückten Alter sind, sollten Sie sich darüber keine allzu großen Sorgen machen. Ansonsten kommt es immer darauf an, Nutzen und Risiko gegeneinander abzuwägen. Wenn nämlich durch eine unterlassene Untersuchung eine wichtige Therapie unterbleibt, entsteht unter Umständen ein wesentlich größerer Schaden.

Im folgenden einige Zahlen zur Information, entnommen aus dem Deutschen Ärzteblatt, Band 9, Seite 1312, 1994.

Das Risiko, an einem strahleninduzierten Tumor zu sterben beträgt:

Thorax in zwei Ebenen
1:250.000
Mammographie
1:10.000, altersabhängig
Schädel-CT
1:20.000
CT Thorax/Abdomen
1:2.500
Schilddrüsenszintigramm
wie 7 Thoraxaufnahmen
1 Abdomen-CT entspricht
375 Flügen von Frankfurt nach New York


In Westdeutschland wird mit 7.200 Todesfällen pro Jahr durch die natürliche Strahlenexposition, 2.300 Fällen durch Röntgen und 225 Fällen durch die Nuklearmedizin gerechnet. Das entspricht einem Anteil an den 170.000 Krebstoten von 1,5%.

Weitere Beispiele:

Strahlenbelastung für die Augenlinse bei Röntgenaufnahmen der Nasennebenhöhlen in 3 Ebenen = 0,5 mGy;
bei sequentiellem CT mit 120 kV/110 mA 10,5 mGy oder als Spiral-CT 5,9 mGy, bei 120 kV/50 mA 4,6 bzw. 3,5 mGy.

Röntgen und Schwangerschaft

Selten kommt es vor, daß eine Patientin geröngt wird, die zum Zeitpunkt der Untersuchung noch nicht wußte, daß Sie schwanger war.
Dann taucht immer die Frage auf: Besteht eine Gefahr? Ist ein Schwangerschaftsabbruch erforderlich? Die Antwort lautet: Nein!
Mit einer Verdoppelung der natürlichen Missbildungsrate ist bei einer Dosis von 100 bis 200 mSv (Millisievert) zu rechnen. Es werden folgende Dosen am Uterus als Mittelwert angegeben:

Methode
Mittlere Dosis in mSV
Urogramm
3,8
Kontrasteinlauf
9,0
Beckenaufnahme
2,3
CT-Abdomen
2 bis 7,9


Daraus folgt, dass ein greifbar erhöhtes Risiko erst dann besteht, wenn mehrere Untersuchungen in der Nähe der Gebärmutter erfolgt sind. Wegen einer Röntgenaufnahme beispielsweise des Thorax oder einer Hand braucht man sich keinerlei Sorgen zu machen.