Individuelle Gesundheitsleistungen
für nicht privat Versicherte
Bekanntermaßen sind die Finanzreserven im Gesundheitswesen erschöpft. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für solche Leistungen die ausreichend und wirtschaftlich sind. So steht es wörtlich im Gesetz. So ist es beispielsweise nicht Aufgabe der Kassen, Untersuchungen zu bezahlen, die vom Arbeitgeber oder Behörden veranlasst sind (z.B. Küchentauglichkeit). Ebenso sind die von den Kassen zu bezahlenden Vorsorgeleistungen auf ein bestimmtes Angebot beschränkt. Streng genommen gehört sogar die Vorsorgemammographie (noch) nicht zu den Kassenleistungen.
Aus diesem Grund ist in letzter Zeit vom Gesetzgeber die Möglichkeit "individueller Gesundheitsleistungen" (IGEL) geschaffen worden. Dies sind Untersuchungen, die wünschenswert und sinnvoll erscheinen, aber nicht zwingend erforderlich sind. Daher müssen sie von den Patienten(innen), die diese Leistung in Anspruch nehmen wollen, privat bezahlt werden.
So bieten wir in unserer Praxis folgende Untersuchungen an:
1. Virtuelle Koloskopie
Es ist bekannt, dass sich Dickdarmkrebs über einen längeren Zeitraum aus Polypen entwickelt. Wenn es gelingt, diese Polypen rechtzeitig zu erkennen und zu entfernen, kann damit die Entstehung von Krebs effektiv vermieden werden.
Bisher stand zur Früherkennung überwiegend die Koloskopie zur Verfügung. Hierbei wird ein Endoskop in den Dickdarm vorgeschoben und mit einer Glasfiberoptik inspiziert. Diese Untersuchung empfinden viele Patienten als unangenehm. Mit dem CT besteht nunmehr die Möglichkeit, ohne ein Instrument das Kolon darzustellen. Es ist allerdings zur Zeit noch erforderlich, dass der Darm für die Untersuchung sauber sein muss. Nach dem Abführen wird er mit Luft gefülltund anschließend werden dünne Schichten mit dem CT angefertigt. Aus diesen Schichten, die in verschiedenen Richtungen rekonstruiert werden, sucht der Arzt dann nach Polypen. Es entsteht also ein virtuelles Bild vom Dickdarm, woher sich der Name der Untersuchung abgeleitet.
2. Calcium-Scoring der Coronarterien
Das Calcium-Scoring ist ebenfalls eine CT-Untersuchung. Hier wird untersucht, ob und wie stark die Herzkranzgefäße verkalkt sind. Es ist kein Eingriff und kein Kontrastmittel erforderlich. Das Herz mit lediglich mit dem CT abgetastet, während Sie den Atem anhalten. Aus den gewonnenen Messwerten kann man dann das Risiko abschätzen, ob eine koronare Herzkrankheit vorliegt. Danach kann entschieden werden, ob weitere Untersuchungen sowie ein Herzkatheter erforderlich sind.
3. Ganzkörper-MRT zur Krankheitsfrüherkennung
Mit unserem neuen leistungsfähigen Magnetom Avanto können wir den ganzen Körper auf Anzeichen verschiedener Erkrankungen untersuchen. Dazu werden abschnittsweise Schichten vom Kopf bis zu den Füßen angefertigt. Bisher hätte eine solche Untersuchung sehr lange gedauert und war daher nicht praktisch durchführbar. Da eine solche Früherkennungsuntersuchung nicht im Katalog der Krankenkassen vorgesehen ist, muss sie privat bezahlt werden.
4. Osteodensitometrie (Knochendichtemessung, Osteo-CT):
Die Knochendichtemessung ist schon seit vielen Jahren eingeführt. Sie dient vor allem zur Früherkennung der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren. Durch Kalkmangel bedingte Brüche der Wirbel oder der Schenkelhälse bei älteren Menschen sind ein Gesundheitsproblem mit zunehmender Tendenz. Besonders gefährdet sind Frauen, bei denen die Vorfahren bereits Osteoporose hatten, oder die früh in die Wechseljahre gekommen sind.
Bis vor kurzem wurde die Osteodensitometrie ohne Einschränkung von den gesetzlichen Kassen übernommen. Da aber die finanzielle Belastung durch die große Zahl der durchgeführten Untersuchungen zu stark war, wurde die Überweisungsmöglichkeit stark eingeschränkt.
In der Gebührenordnung steht jetzt: "Osteodensitometrische Untersuchung ... bei Patienten, die eine Fraktur ohne nachweisbares adäquates Trauma erlitten haben und bei denen gleichzeitig aufgrund anderer anamnestischer und klinischer Befunde ein begründeter Verdacht auf eine Osteoporose besteht." Damit ist eine Vorsorge auf Kassenkosten nicht mehr möglich, denn es muß ja schon zu einem Knochenbruch gekommen sein. Folglich bieten wir die bei uns durchgeführte Knochendichtemessung mittels exakter Wirbelvermessung mit Computertomographie (Osteo-CT) als "IGEL-Untersuchung" an.
5. Low-dose-CT der Lungen bei Rauchern
Das erhöhte Lungenkrebsrisiko bei Rauchern ist allgemein bekannt. In früheren Jahren hat man mit verschiedenen Methoden (Röntgenaufnahmen, Sputumuntersuchung) versucht, die Früherkennung zu verbessern. Denn nur durch eine frühzeitige Operation mit kompletter Entfernung des Tumors kann die Erkrankung dauerhaft geheilt werden.
Leider haben die oben genannten Untersuchungen die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt, da das Bronchialkarzinom sich sehr gut zu verstecken weiß und daher oft zu spät erkannt wird.
Ein neuer Ansatz, der zuerst in den USA verfolgt wurde, ist das sogenannte "Low-dose-CT" des Thorax. Darunter versteht man eine Computertomographie der Lungen mit einem Sechstel der sonst üblichen Dosis. Eine solche Untersuchung ist mit modernen Spiral-CT-Geräten erstmals möglich geworden und kann auch bei uns durchgeführt werden. Dabei wird bei angehaltenem Atem die Lunge in einem Durchgang ohne Kontrastmittelinjektion abgeleuchtet. Die effektive Dosis beträgt dabei für Männer ca. 0,6 mSv (Millisievert) und für Frauen (da die Brüste im Strahlenfeld liegen) 1,1 mSv. Die Dosis für Thoraxaufnahmen in zwei Ebenen liegt unter 0,3 mSv.
Die amerikanische Forschergruppe um P. Naidich konnte 27 Karzinome entdecken, von denen 26 operabel waren, von denen aber nur 7 auf normalen Röntgenbildern sichtbar waren. Bestätigt wurde dies von einer japanischen Gruppe, die 80% der Karzinome im besonders günstigen Stadium IA entdeckten.
Diese ermutigenden Ergebnisse sollen aber keineswegs darüber hinwegtäuschen, dass es wesentlich effektiver ist, mit dem Rauchen aufzuhören, wozu wir allen Rauchern nur eindringlich raten können. Dennoch wissen wir, dass es viele Menschen gibt, die das nicht schaffen. Dieser Personengruppe können wir normale Thoraxaufnahmen nicht empfehlen, da sie zu wenig effektiv sind. Falls Sie also von der Möglichkeit eines Low-dose-CT Gebrauch machen wollen, können Sie hierfür einen Termin vereinbaren.