Die Nuklearmedizin

In der Nuklearmedizin werden radioaktive Substanzen (meistens Technetium) zur Diagnostik verabreicht. Die sehr geringen Strahlendosen, die aus Ihrem Körper zurückstrahlen, werden von einer aufwendigen Apparatur aufgefangen, verstärkt und in ein Bild umgewandelt. Da die Strahlung so gering ist, betragen die Messzeiten zwischen 5 und 30 Minuten. Das verwendete Technetium zeichnet sich durch besonders günstige Eigenschaften aus. Vor allem die Halbwertszeit von 6 Stunden trägt zu einer geringen Strahlenbelastung bei. Das bedeutet, dass die Stärke der Strahlung alle sechs Stunden auf die Hälfte absinkt. Da ein Teil der Radioaktivität schon vorher mit dem Urin ausgeschieden wird, verringert sich die Strahlung im Körper tatsächlich noch viel schneller. Außer dem Einstich für die Injektion der Testsubstanz spüren Sie nichts. Die geringe von Ihnen ausgehende Abstrahlung ist für Ihre Angehörigen nicht problematisch. Mütter mit Kleinkindern sollten dafür sorgen, dass die Kinder anderweitig versorgt werden und sich von ihnen für einen Tag möglichst fern halten. Es sollte vorher abgestillt sein oder die Milch abgepumpt werden, da die Radioaktivität auch in die Muttermilch übergeht.

Häufige Untersuchungen:
Schilddrüsenszintigraphie:
Sie dient zur Beurteilung der Funktionslage und der Suche nach kalten oder heißen Knoten. Die Strahlenbelastung liegt sehr niedrig. Es wird eine kleine Spritze verabreicht. Das Technetium muß etwa 20 min. einwirken. Dann wird ein Bild gemacht. Sie liegen auf dem Rücken. Der Kopf muß überstreckt werden, damit die Schilddrüse nicht unter dem Brustbein verschwindet. Sie sollten ganz ruhig liegen und möglichst wenig schlucken, um ein scharfes Bild zu erzielen. Die Aufnahme dauert ca. 5 Minuten.
Ein kalter Knoten besteht meist aus verschlissenem Gewebe oder einer Cyste, die nicht mehr arbeitet. Solche Bezirke sind sehr häufig Folge von Jodmangel und meistens gutartig. Ein heißer Knoten produziert hingegen zu viele Hormone und ist praktisch immer gutartig.
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Knochenszintigraphie:
Damit kann man überprüfen, ob sich der Knochen an irgendeiner Stelle krankhaft umbaut. So erkennt man Entzündungen oder Metastasen oder auch versteckte Brüche im Knochen.
Etwa 30 min. vor der Untersuchung erhalten Sie eine Flüssigkeit, um die Schilddrüse von der Strahlung auszunehmen. Nach der Wartezeit erfolgt die Injektion der Testsubstanz. Hier ist das Technetium an Phosphate gebunden. Es lagert sich nach der Injektion vorübergehend in die Knochen ein. Dieser Vorgang geschieht langsam, so dass man bis zur Aufnahme mindestens zwei Stunden warten muss. Sie müssen sich also auf eine Gesamtdauer der Untersuchung von wenigstens drei Stunden einstellen. Falls nicht aus anderen Gründen erforderlich, brauchen Sie nicht nüchtern sein. In der Wartezeit zwischen Injektion und Aufnahme können Sie die Praxis verlassen. Wir empfehlen, viel zu trinken und häufig Wasser zu lassen, um die radioaktive Belastung der Harnblase zu minimieren und den Kontrast zu erhöhen.

Nierenfunktionsszintigraphie (Clearance):
Die Untersuchung dient der Messung der Nierenleistung und zur Überprüfung der Harnleiterfunktion.
Etwa 30 min. vor der Untersuchung, welche wir immer mittwochs durchführen, erhalten Sie eine Flüssigkeit, um die Schilddrüse von der Strahlung auszunehmen. Nach der Wartezeit wird die Testsubstanz an einem Arm injiziert und die Ausscheidung über 30 min. gemessen. Zusätzlich wird am anderen Arm Blut abgenommen und die Aktivität im Blutplasma bestimmt.
Bei der Frage nach nierenbedingtem Bluthochdruck wird vor der Untersuchung eine Tablette verabreicht, die zunächst eine Stunde wirken muss. Bei unauffälligem Befund ist die Abklärung nach dem ersten Mal abgeschlossen. Bei krankhaftem Ausfall muss eine weitere Untersuchung ohne die Tablette erfolgen und das Ergebnis verglichen werden.

Lungenszintigraphie:
Damit wird vorwiegend untersucht, ob sich Gerinnsel (Embolien) in einer Lungenschlagader befinden.
Etwa 30 min. vor der Untersuchung erhalten Sie eine Flüssigkeit, um die Schilddrüse von der Strahlung auszunehmen. Meist wird eine Spritze verabreicht und anschließend mehrere Aufnahmen gemacht. Manchmal ist auch eine zusätzliche Untersuchung erforderlich, bei der Sie ein besonders markiertes Gas einatmen.