Die Mammographie
Die Mammographie ist das Standardverfahren zur Untersuchung der weiblichen und gelegentlich auch der männlichen Brust. Sie wird mit einem speziell für diesen Zweck konstruierten Röntgengerät durchgeführt. Wichtig ist, dass Sie möglichst entspannt stehen, damit die Röntgenassistentin die Aufnahme optimal einstellen kann. Nur so kann gewährleistet werden, dass möglichst alle Abschnitte auf dem Film zu sehen sind. Die Brust wird dann durch eine Plexiglasplatte komprimiert. Dies ist aus zwei Gründen erforderlich:
1. Je dünner die Schicht ist, die durchstrahlt wird, desto geringer ist die Strahlenbelastung.
2. Je dünner die Schicht ist, die durchstrahlt wird, desto besser ist der Aufnahmekontrast.
Es wird sehr viel erzählt, wie schmerzhaft diese Kompression sei. An diesen "Horrorgeschichten" ist nur wenig dran. Die vielen Frauen, die keinen Schmerz verspürt haben, behalten dies meist für sich. Einige Patientinnen haben in der Tat sehr empfindliche Brüste. Dann können wir aber darauf Rücksicht nehmen. Sie müssen nur die Assistentin sofort darauf hinweisen.
Unser modernes Gerät bietet auch hier Vorteile. Der Druck wird durch einen Mikroprozessor überwacht und nur bis zu einem auf Sie abgestimmten Wert ausgeübt. Sobald die Aufnahme gemacht ist, fährt die Platte automatisch hoch.
Selbstverständlich ist auch sonst für eine zeitgemäße technische Ausstattung gesorgt. Das Gerät verfügt über eine sogenannte Zweimaterialanodenröhre. Je nachdem wie groß Ihre Brust ist, wird die beste Kombination aus Röhrenmaterial und Filterung ausgewählt. Hierdurch wird vor allem bei großen Mammae die Strahlenbelastung weiter reduziert. Zusätzlich führen wir noch Qualitätssicherungsmaßnahmen durch, die sicherstellen, dass Sie bei uns eine geringere Strahlendosis bei besserer Bildqualität erhalten, als in den Richtlinien vorgesehen. Die letzte Messung 2000 hat eine Oberflächendosis von 5,2 mGy (Milligray) ergeben. Der empfohlene Grenzwert beträgt 10 mGy. Die Auflösung beträgt 14 Linienpaare/mm (gefordert sind 10 Lp/mm). Die diesbezüglichen Zertifikate können Sie bei uns einsehen.
Seit Herbst 2001 führen wir als eine der ersten Praxen in Deutschland die Mammographie mit Speicherfolien
(Bildbeispiel) durch. Dies bedeutet, dass nicht mehr ein Film belichtet wird, sondern eine Folie, die dann durch einen Laser ausgelesen und digital weiterverarbeitet wird. Hierdurch werden Fehlbelichtungen vermieden und der enorme Kontrast zwischen den inneren und äußeren Anteilen der Brust kann ausgeglichen werden, so dass ein harmonischeres Bild entsteht.
Alle schwierigen Mammographien werden bei uns von zwei Ärzten begutachtet, um möglichst nichts zu übersehen. Die Assistentinnen werden regelmäßig in der Einstelltechnik geschult. Wir haben seit dem JaHR ein Qualitätssicherungsprogramm für die Befundungsqualität implementiert. Alle Mammographien werden nach dem BI-RADSTM (Breast Imaging Reporting and Data System) des American College of Radiology bewertet. Nach einem Jahr wird dann erforscht, ob Brustkrebs aufgetreten ist. Die Ergebnisse werden statistisch ausgewertet und mit internationalen Standards verglichen (Auswertung hier).
Mit diesem Vorgehen führen wir schon jetzt Qualitätssicherungsmaßnahmen durch, die nach den europäischen Richtlinien erst noch eingeführt werden sollen und sind somit der Entwicklung weit voraus.
Zur Auswertung der gewonnenen Bilder steht uns ein digitaler Arbeitsplatz mit einem Spezialmonitor zur Verfügung, der für eine optimale Erkennbarkeit sorgt.
Allerdings darf man nicht den Fehler begehen, die Mammographie für absolut sicher zu halten. Je jünger eine Frau ist, desto dichter ist ihr Brustgewebe. Dies führt zu einem geringen Kontrast und so zu einer erschwerten Beurteilbarkeit. Deswegen haben wir auch ein hochauflösendes Ultraschallgerät zur Verfügung, mit dem wir unklare Befunde untersuchen können. Der Ultraschall ist aber kein Ersatz für die Mammographie, sondern eine Ergänzung.
Insbesondere nach der Menopause ist die Mammographie der Sonographie überlegen.
Wann sollte man eine Mammographie machen?
Große Studien haben ergeben, dass die Sterblichkeit an Brustkrebs um 30% reduziert werden kann, wenn man bei Frauen zwischen dem 50. und dem 70. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Mammographie anfertigt. Dieser Empfehlung schließen wir uns an. Bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren ist der Trend nicht ganz so klar. Es zeichnet sich aber ab, dass auch hier ein positiver Effekt zu erwarten ist. Insbesondere bei Brustkrebs in der Blutsverwandtschaft sollte man schon früher Untersuchungen durchführen.
Der Zeitpunkt ist wichtig
Im Laufe des Zyklus verändert sich das Brustgewebe. Nach der Menstruation ist das Drüsengewebe am wenigsten dicht. Wenn Sie mit uns einen Termin vereinbaren, werden Sie nach Ihrem Zyklus gefragt. Wenn Sie Ihre Periode noch regelmäßig haben, sollte man die Mammographie am 7. bis 10. Tag nach Beginn der Blutung durchführen, um optimale Resultate zu erzielen. Sie können den Beginn der Menstruation ruhig abwarten - Sie erhalten kurzfristig einen passenden Termin.
Mammographiescreening
Bei dem Mammographiescreening handelt es sich um eine Reihenuntersuchung
für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Sie werden dazu alle zwei
Jahre von der zentralen Stelle in Baden-Baden eingeladen. Das Screening
findet in einer eigens dafür eingerichteten Praxis am Kolpingplatz
statt. Sie wurde von allen Röntgenpraxen aus der Stadt und dem Landkreis
Karlsruhe gemeinsam finanziert und Ärzte aus diesen Praxen führen auch
die Doppelbefundung der Aufnahmen durch. Alle weiteren Informationen
erhalten Sie unter diesem Link Mammographie-Screening Zentrum Karlsruhe